
Geschichte des Ortes
Der Name wird erstmals in einer Urkunde vom 9. Februar des Jahres 931 in seiner Urform "Chataprunnin in Pisoncia" erwähnt. Kaprun war in erster Linie ein Bergbauerndorf, wobei die Viehzucht im Vordergrund stand.
Um die Jahrhundertwende machte sich Kaprun als Bergführerdorf einen Namen. Die autorisierten Bergführer hatten ihre Standorte in Kaprun, Kesselfall, Wasserfallboden und Mooserboden.
Mit dem Bau bzw. der Fertigstellung der Tauernkraftwerke (1955) erlebte Kaprun einen enormen Aufschwung. Die Stauanlagen der Kraftwerksgruppe Glockner-Kaprun gelten heute noch als Attraktion für Gäste aus aller Welt.
Seit 1965 bringen die Gletscherbahnen Kaprun Skifans, Sonnenanbeter, Berg- und Wanderfreunde in die Hochgebirgswelt zum Kitzsteinhorn.
Die Erschließung des ersten Gletscherskigebietes Österreichs bis auf 3029 m galt vor nun mehr als 30 Jahren als revolutionär und technische Meisterleistung.
Der Ort Kaprun hat sich in der Zwischenkriegszeit zu einem Ganzjahressaisonort entwickelt und kann ca. 700.000 Nächtigungen pro Jahr aufweisen. Der Haupterwerbszweig der Kapruner Bevölkerung liegt neben dem Fremdenverkehr noch im kleinen und im mittleren Handwerks- bzw. Gewerbebetrieb und in der Landwirtschaft.
Die Burg Kaprun
Die Burg Kaprun ist die größte Ruine des Pinzgaues. Auf einem Felsrücken in dominierender Stellung erbaut, hat der Hauptstock eine Länge von 56 m und der Hof eine Breite von 25 m. Im Süden und Westen zieht eine Zwingmauer dem Schloß entlang und schließt in der Ostecke einen niederen Vorbau ein.
Die Erbauung der Burg Kaprun wird um das 12. Jahrhundert angenommen, da der Ostturm romanisch Kriterien aufweist (Biforium, Fugenstich, Eckbossen und Fischgrätenmuster).
1280 wird der "Turn ze Chaprunne" als Schadenersatz für die Übergriffe der Velber urkundlich genannt. Die Burg dürfte anfangs im Besitz der Grafen Falkenstein oder Peilstein gewesen sein.
1287 fällt sie anfällt sie an den Erzbischof Rudolf, 1338 werden die Velben Besitzer, von 1480 bis 1600 baut Josef Hundt von Ainetperg die Burg im heutigen Grundriß aus.
1601 wird der Pfleger Caspar Vogl, der sich mit den Pinzgauer Bauern solidarisiert, enthauptet.
1645 besetzen Salzburger Musketiere die Burg. In der Folge scheinen verschiedene Besitzer auf.
1893 kauft Fürstin Sophie Löwenstein "das Schloßbauerngut Chaprun"
1921 verkauft Fürst Johann II. von Liechtenstein die Burg samt Schloß Fischhorn an den peruanischen Gesandten Heinrich Gildemeister. Nach dessen Tod übernehmen die Erben, seine beiden Töchter Frau Klein und Frau Gildemeister den Besitz.
1975-1978 wird mit der Sanierung der Burg begonnen, am 27. August 1984 erwirbt der Burgverein die Burg Kaprun und es setzt eine intensive Renovierung der Burg ein.
Die Burg hat den Typus einer Höhenburg. Seit dem 12. Jahrhundert eine Stätte von historischer, künstlerischer und kultureller Bedeutung, wird sie nun wieder vom Burgverein Kaprun und dem Kulturverein Kaprun der ihr zustehenden kulturellen Bestimmung zugeführt.